|
Geschichte
Wie
alles begann - Die Geschichte des Rasierers
Die Erfindung des Rasierens lässt sich nicht
genau festlegen, es existieren jedoch mehrere Fundstücke
die darauf schließen lassen das sie zum Rasieren benutzt
wurden. Beim ältesten Stück handelt es sich um einen
Steinschaber aus prähistorischen Zeiten, von dem es
sich mit etwas Phantasie ausmalen lässt, dass er auch
zur Entfernung der Barthaare hätte verwendet werden
können.
Dazu kommen zwei halbmondförmige Metallklingen
aus der Bronzezeit, die ebenfalls als Rasierinstrumente
eingestuft werden. Eine wichtige Seite wird in der Geschichte
des Rasierens mit einer Erfindung des französischen
Messerschmieds Jean-Jacques Perret aufgeschlagen, der
1770 ein Buch veröffentlichte und darin ein Rasiermesser
vorstellte, dessen Klinge auf der Oberseite mit Holz
geschützt war. Damit stand erstmals ein Instrument zur
Verfügung, das es auch Laien und somit jedermann gestattete,
sich zu rasieren, ohne auf dem Gesicht ein blutiges
Schlachtfeld zu hinterlassen.
Bei Perrets Apparat handelt es sich um einen
Vorgänger des erst gut hundert Jahre später in den Vereinigten
Staaten auftauchenden «safety razor». Die Klingen dieser
Rasierer wurden indessen immer noch - ähnlich wie bei
den herkömmlichen Rasiermessern - geschmiedet, was nachträglich
regelmäßiges Schleifen derselben erforderte. Damit war
es erst zu Ende, als der Amerikaner King Camp Gillette
zu Beginn dieses Jahrhunderts aus Stahlblech gestanzte
Wegwerfklingen auf den Markt brachte. Für die rasche
Verbreitung auch außerhalb Amerikas sorgten im Ersten
Weltkrieg die amerikanischen Soldaten, an die solche
Klingen abgegeben wurden.
Mit der Erfindung des Sicherheitsrasierers mit
Wegwerfklingen durch King Camp Gillette setzte zu Anfang
des 20. Jahrhunderts ein wahrer Rasierklingen-Boom ein,
der Hunderte von Firmen mit Tausenden von Marken hervorbrachte.
Der unüberschaubare Wettbewerb hatte die Folge, dass
die Firmen sich mit immer neuen Werbeaktionen, ausgefallenen
Namen und auffälligeren Verpackungen zu übertreffen
suchten. Nur wenige Firmen haben den harten Konkurrenzkampf
überlebt und nach ihrem Verschwinden wurden die vielen
tausend Klingen in den kleinen, schön gestalteten Papierbriefchen
zum Sammelobjekt.
Mit dem großen Erfolg der Wegwerfklingen kamen
findige Geschäftsleute schnell auf den Gedanken, an
der weit verbreiteten Rasierklinge mitzuverdienen. Durch
die Werbeaussage, dass sich die Anschaffung eines Rasierklingenschärfers
durch die "Lebensverlängerung" der Klingen schnell selbst
bezahlt macht, wurde eine neue Nische gefunden und eine
Fülle von Modellen mit den verschiedensten Arbeitsweisen
und vielen Patenten war die Folge. Heute werden die
Geräte im Gegensatz zur Rasierklinge nicht mehr hergestellt,
sie bilden aber ein sehr reizvolles und vielseitiges
Sammelgebiet. |
|